Mitglied Felsenland-Wirte

Die Dahner Felsenland Wirte – eine außergewöhnliche Kooperation

Die Geschichte der Dahner Felsenland-Wirte ist auch die Geschichte des Entwicklungskonzeptes Dahner Felsenland, das im Mai 1998 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

"Integrierte Landschaftsplanung und Touristische Entwicklungskonzeption" hieß das Modellprojekt, zu dem das Ministerium für Umwelt und Forsten 1995 einen Partner suchte. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland Wolfgang Bambey reagierte spontan auf diese Anfrage und sagte zu.

In einer von der Konversion stark betroffenen Region sollte auf der Grundlage einer Vegetationskartierung und eines Landschaftsplanes ein dauerhaft umweltgerechter Tourismus als langfristiger wirksamer Wirtschaftsfaktor entwickelt werden. Eine wichtige Rolle sollte hierbei auch die Integration der Entwicklungsvorstellungen in ein Gesamtkonzept des Naturparks Pfälzerwald für das Biosphärenreservat Pfälzerwald / Nordvogesen und die Nutzung der Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit spielen. Bei all dem sollten die Bürger der Verbandsgemeinde aktiv beteiligt werden. Der romantische Wasgau bot die idealen Voraussetzungen für das Projekt "Landschaftsplanung".

Gastronomen und der Einsatz regionaler Produkte

Gütesiegel Dahner Felsenland Wirte Landschaftsoffenhaltung durch Beweidung führt letztlich zu Fleisch, ein Produkt, dass möglichst erzeugernah Abnehmer benötigt. Deshalb naheliegend, durch die heimische Gastronomie den landwirtschaftlichen Erzeugern beim Absatz zu helfen.

Eine Reihe Gastronomen erkannten nach Vorstellung des Entwicklungskonzeptes Dahner Felsenland sofort die Möglichkeiten des "regionalen Produkteinsatzes", zum Nutzen der Landschaft, der Erzeuger und vor allem als attraktives, einzigartiges, feinschmeckerisches Angebot.

"Der Einsatz regionaler Produkte in der Gastronomie nützt der Landschaft, den Erzeugern, spart Energie und hat vor allem auch lukullisch einiges für sich", so Verbandsbürgermeister Wolfgang Bambey.

An der Initiative "Aus der Region - für die Region" beteiligten sich verschiedene Gastronomen, die inzwischen als Dahner Felsenland Wirte von der Verbandsgemeinde mit einem Gütesiegel ausgezeichnet werden.

Schafe und Rinder - Rasenmäher im Zottelfell

Das Fleisch der Tiere, die fast ausschließlich aus extensiver Haltung stammen und im Dahner Felsenland handwerklich sauber und verantwortungsbewusst geschlachtet werden, wird in der Region vermarktet. Kurze Transportwege garantieren frische Ware, der Verbrauch regionaler Produkte dient so in jeder Weise dem Umweltschutz. Bei der Beweidung sollen insbesondere Extensivrinderrassen wie Galloways und die regionaltypische rheinland-pfälzische Rinderrasse Glan-Donnersberger und dementsprechende Schafrassen, wie Coburger Fuchs, zum Einsatz kommen. Im Idealfall könnten sie zum Sympathieträger für Regionalentwicklung und den Naturschutz werden.

Bachforellen aus klaren Bächen

Für einen Forellenzüchter aus dem Dahner Felsenland zeigte sich schnell der erste Erfolg des Projektes. Ihm gelang durch das Regionalprodukt Bachforelle der Aufbau einer neuen Existenz. Drei Jahre benötigt die Bachforelle, um Portionsgröße zu erreichen. Vor allem aber bürgen sie für die Wasserqualität. Selbst leicht verschmutzte Gewässern, in denen die Regenbogenforelle noch problemlos leben kann, bedeuten für die Bachforelle den Tod.

Bereits drei Monate nach Vorstellung des Projekts im Mai 98 ist die Aktion der Gastwirte "Aus der Region für die Region" mit der Bachforellenwoche so erfolgreich eingeschlagen, dass die Gastronomen zur Erweiterung des Speiseplanes Züchter von Enten, Gänsen, Hühnern, Karpfen, Bachkrebsen und Welsen aus artgerechter Haltung suchen.

Wild aus dem Pfälzerwald

Die im "Entwicklungskonzept Dahner Felsenland" formulierten Ziele harmonisieren mit jenen des Biosphärenreservats, so dass die Aktivitäten und Impulse aus der Region problemlos auch für das Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald nutzbar gemacht werden können. Der Pfälzerwald verfügt als das größte zusammenhängende Waldgebiet über einen großen Wildreichtum, der mit Hilfe einer umweltverträglichen und planmäßigen Jagd nachhaltig nutzbar ist.

Angesichts der gerade in jüngster Zeit deutlich zu Tage getreten Folgen industrieller Fleischproduktion für die menschliche Gesundheit, es sei hier nur an den BSE-Skandal erinnert - lautet die Botschaft im Hinblick auf Wild und Wildprodukte: Wildfleisch ist ein überaus gesundes Nahrungsmittel und weist eine unübertreffbare Qualität auf. Es enthält keine Medikamente oder Umweltgifte und zeichnet sich gegenüber dem Fleisch von Schlachtvieh durch einen deutlich geringeren Fettgehalt aus. Dieser liegt je nach Wildart zwischen ein und acht Prozent. Darüber hinaus sind Wild und Wildprodukte reich an den Mineralstoffen Kalium, Phosphor, Eisen Kupfer, Zink, sowie den Vitaminen B.

Das Wild lebt bis zur Erlegung in seiner natürlichen Umgebung und damit stressfrei. Eine nachhaltige und planmäßige Jagd auf der Basis strenger jagdrechtlicher Vorschriften ist erforderlich, um einen artgerechten Wildbestand zu sichern. Eine den natürlichen Verhältnissen angepasste, ökosystemverträgliche Wilddichte bildet eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele des naturnahen Waldbaues, der gleichsam das richtungsweisende Modell für die Harmonisierung von Ökologie und Ökonomie im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald darstellt. Indirekt trägt somit der Verzehr von Wild und Wildprodukten zur Sicherung des Waldbestandes und seiner bedeutenden Funktionen bei.

Quelle: Die Rheinpfalz von Lilo Hagen


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